Ein Korsett stützt den Körper. Es kann ihn auch gefangen halten. In dieser Spannung bewegte sich das Tanztheater „Frida Kahlo, Befreiung aus dem Korsett“, das am 12. Juni 2026 in der Mensa der Gemeinschaftsschule Neumünster-Faldera zu sehen war.
Choreografiert hat das Stück Stela Korljan, Tanzdozentin am Artrium. Getanzt haben es Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge 11 und 12. Die Hauptrolle, Frida Kahlo selbst, tanzte Lisa Nöhmer.

Bei Frida Kahlo war das Korsett real. Nach ihrem schweren Verkehrsunfall 1925 war ihre Wirbelsäule gebrochen, im Lauf ihres Lebens folgten zahlreiche Operationen und Stützkorsetts aus Gips und Stahl. In ihrem Gemälde „Die gebrochene Säule“ malte sie sich in genau diesem Korsett, den Körper von einer zerbröckelnden Säule gehalten. Aus dieser Erfahrung wuchs ihre Kunst.
Stela Korljan übersetzt das in Bewegung. Sie formt Schmerz zu Haltung, Enge zu Ausdruck, Stillstand zu Tanz. Wie trägt ein Körper das, was ihn hält? Die Schülerinnen und Schüler haben es getanzt, auf der Bühne, im Augenblick.
Hier verlässt Ausbildung ihren gewohnten Raum. Eine Dozentin bringt ihr Handwerk an eine Schule, und junge Menschen erleben, was ein Körper auf einer Bühne verwandeln kann.



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