Das Leitungsteam des Artrium
Die Schulleitung
Im Artrium steht die Leitung nicht für Einzelentscheidungen, sondern für gemeinsame Verantwortung. Mehrere Persönlichkeiten bringen ihre Erfahrung und Perspektiven ein, um die künstlerische und organisatorische Ausrichtung des Instituts kontinuierlich weiterzuentwickeln.
Direktor, künstlerische Leitung und Schauspieler
Lukas Scheja
Schauspiel beginnt mit Wahrnehmung. Nicht mit Ausdruck.
Die künstlerische Arbeit von Lukas Scheja basiert auf der Überzeugung, dass Darstellung nur dort entsteht, wo die Vorgänge eines Stoffes in konkrete, nachvollziehbare Handlung überführt werden. Nicht das Abbild einer Emotion ist entscheidend, sondern die präzise Verkörperung einer dynamischen Situation.
Schauspiel ist in diesem Sinne keine Technik, sondern eine Disziplin der Aufmerksamkeit – für die strukturellen, emotionalen und imaginativen Prozesse, aus denen eine Geschichte entsteht und durch die sie ein Publikum erreicht.
Ausgebildet an der Schule für Schauspiel Hamburg sowie geprägt durch die Zusammenarbeit mit prägenden internationalen Künstlerpersönlichkeiten wie Dominique De Fazio, Susan Batson, Walter Lott, Yoshi Oida und anderen, entwickelte Lukas Scheja eine Arbeitsweise, die sich bewusst gegen die Verabsolutierung einzelner Methoden richtet.
Schauspielmethoden werden in seiner Arbeit nicht als Systeme verstanden, sondern als historische und funktionale Perspektiven innerhalb eines offenen künstlerischen Denkraums.
Von den Traditionen des antiken und elisabethanischen Theaters über Stanislawski, Adler, Strasberg und Meisner bis hin zu Brecht, Grotowski, Morris oder Batson – sie alle bilden Referenzpunkte, jedoch keine Grenzen.
Die Wurzeln dieser Haltung reichen in die eigene Biografie zurück: Die künstlerische Ausbildung seiner Eltern am studentischen Theater in Münster unter Peter Otten – einem Ort, an dem Sprache, Präsenz und Handlung als Einheit gedacht wurden – prägte früh sein Verständnis von Theater als gelebter Praxis.
Nach seinem Studium der Germanistik und Philosophie sowie ersten professionellen Bühnenerfahrungen entwickelte Lukas Scheja seine Arbeit konsequent weiter – als Schauspieler, Regisseur und Produzent.
Seine künstlerische Praxis umfasst Arbeiten an zahlreichen deutschen Bühnen sowie internationale Filmproduktionen. Projekte wie Dancing On A Dry Salt Lake oder Engel Gesucht / Angels Desired verbinden künstlerische Entwicklung mit realen Produktionsbedingungen und internationaler Auswertung.
Diese Verbindung von künstlerischer Arbeit und praktischer Umsetzung bildet die Grundlage seiner Tätigkeit als Leiter des Artriums.
Die Ausbildung versteht sich nicht als Vorbereitung auf Rollen, sondern als Entwicklung der Fähigkeit, unter realen und unvorhersehbaren Bedingungen handlungsfähig zu bleiben.
Empfindung, Imagination und Handlung werden als untrennbare Prozesse begriffen, die im Moment der Aufführung zur Deckung kommen müssen.
Das Artrium ist daher nicht nur eine Ausbildungsstätte, sondern ein Laboratorium künstlerischer Praxis – ein Ort, an dem Wahrnehmung geschärft, Verkörperung differenziert und eigenständige künstlerische Positionen entwickelt werden.
Parallel dazu erweitert Lukas Scheja seine Arbeit als Produzent, Regisseur und Autor in internationalen Filmkontexten sowie in der Entwicklung neuer Stoffe und Publikationen.
Künstlerisches Credo
Wahrhaftigkeit entsteht nicht durch Intensität, sondern durch Präzision.
Der Schauspieler ist dort frei, wo er fähig ist, im gegenwärtigen Moment klar wahrzunehmen, bewusst zu wählen und konsequent zu handeln.
Uta Scheja
Uta Scheja ist Schauspielerin und leitet seit 21 Jahren das Artrium zusammen im Team mit ihrem Mann, dem Schauspieler Lukas Scheja, auf der Basis ihrer Berufserfahrung auch als Physiotherapeutin für Leistungssportler , sowie im Seminar-Coaching von Führungspersönlichkeiten der Medizin sowie im Managment großer Unternehmen. Sie ist die Kommunikationskoordinatorin im Artrium, sowie der Knotenpunkt und leitet die gesamte Administration. „Gutes Schauspieler:in Sein“ ist ihr „intelligenter Vorschlag“ für eine starke, gesunde als auch garantiert erfolgreiche Lebens- und Arbeitsweise.
Als jugendliche Leistungsschwimmerin im Kader der Olympiamanschaft und jahrelangem Leistungssport hat sie das Trainieren in Grenzbereichen der eigenen Leistung von Grund auf erlernt und unterrichtet, wie man sich eine besondere Resilienz und räumliche Kompetenz erarbeitet. Sie transportiert dabei ungewöhnlichen Humor und Lebensfreude.
„Ich vermittele den Schauspieler:innen die Möglichkeiten, sich jenseits der eigenen vermeintlichen Begrenzung auszubauen und weiterzuentwickeln, was auch immer das an Herausforderungen bedeutet. Gutes Schauspiel ist Leistungssport“
