Du sitzt im Großen Haus des Deutschen Schauspielhauses. Es ist dunkel, auf der Bühne ruft Lina Beckmann, eine Spitzenschauspielerin, als Medea in den Saal. Plötzlich steht neben dir eine junge Frau auf, ein Klangholz in der Hand, und schmettert ihre Antwort auf sie durch den Schauspielhausraum. Du hattest sie vorher wahrscheinlich kaum bemerkt.
Sie heißt Maria Hein und ist Studierende im Akt 2, ihrem vierten Ausbildungsjahr am Artrium. „Obwohl wir nur kurze Passagen haben, ist man danach richtig durchgeschwitzt“, erzählt sie. Vielleicht denkst du jetzt, sie steht doch nur auf und ruft ein paar Sätze. Was alles dahintersteckt, erzählt dieser erste Teil von „Inside Artrium“.
In dieser Reihe erzählen Studierende des Artriums von ihrem Weg in die Ausbildung und durch sie hindurch. Die Fragen diesbezüglich kommen bewusst von außen. Es sind die Fragen von den Menschen, die noch nicht in der Profession sind und neugierig werden, ob das vielleicht ebenfalls ihr Weg werden könnte. Dieser Text ist insbesondere für jene, die gerade über eine Schauspielausbildung nachdenken. Diese beschäftigt vielleicht die Frage, ob Schauspiel auch Menschen offensteht, die eher leise durchs Leben gehen.
Im Dunkeln stehen über dreißig Frauen auf
„Medea in Korinth: Die verlorenen Kinder“ gehört zur Serie „FREMDE SONNE“, die Roland Schimmelpfennig nach Euripides und Grillparzer neu geschrieben hat. Inszeniert hat den Abend Karin Beier, die Intendantin des Hauses. Die Uraufführung am 27. September 2026 im Großen Haus zeigte Lina Beckmann als Medea und Devid Striesow als Iason. Erzählt wird von einer Frau, die in Korinth eine Fremde bleibt. Als ihr Mann eine andere heiraten will und Medea mit den Kindern das Land verlassen soll, tötet sie am Ende ihre eigenen Kinder.
Maria Hein ist eine von über dreißig Frauen, die über den ganzen Saal verteilt mitten im Publikum sitzen. An manchen Stellen spricht Lina Beckmann die Frauen direkt an und der Chor antwortet auf das, was sie sagt. Gemeinsam mit Tänzerinnen entsteht so eine kleine Szene direkt in den Zuschauerreihen. Die Frauen haben Klanghölzer und Mikrofone dabei, ihre Rufe sind altgriechisch. Maria Hein übersetzt einige davon mit „Ich arme Frau“ und „Oh weh, oh weh“.
Der künstlerische Direktor des Artriums, Lukas Scheja, hat die Inszenierung miterlebt und sich unwillkürlich zusammengezogen, als Lina Beckmann in den Saal schrie, um im Raum das Potenzial ihres Potenzials über diesen Chor erfahrbar zu machen. Für ihn klingen die Rufe des Chors wie ein Angriff gegen eine Zeit, die Frauen klein hält und bedroht. Er erlebt eine Medea, die ihre weiblichen Kräfte heraufbeschwört, und der Chor ist die resonierende Verwirklichung dieses Rufs.
Rund 40 Proben hatte der Chor, viele davon gemeinsam mit Lina Beckmann: „Wir gucken auf Lina, die gibt uns die Einsätze“, erzählt Maria Hein. Der Chor nimmt jeden Einsatz direkt von ihr auf und gibt ihrem Ruf ein totalistisches Echo im ganzen Saal.
In diesem Chor stehen Studierende mehrerer Hamburger Schauspielschulen, dazu viele Frauen, die schon reifere Lebensjahre einbringen. Dafür dankt das Artrium mitsamt seinem ArtriumArtEnsemble dem Deutschen Schauspielhaus. Ein großes Haus öffnet jungen Menschen in der Ausbildung die Tür zu einer Uraufführung und lässt sie Probe für Probe miterleben, wie Theater auf höchstem Niveau entsteht. Für die Studierenden ist das mehr als ein großes Geschenk.
Merken die Zuschauer, dass neben ihnen jemand aus dem Chor sitzt?
Nicht alle. „Je nachdem, wie aufmerksam die uns angeschaut haben, wussten sie es oder auch nicht“, sagt Maria Hein. Wer die Klanghölzer und die Mikrofone bemerkt, ahnt vielleicht schon etwas. Weil der Saal dunkel ist und die Frauen unbeleuchtet bleiben, kommt der Ruf für viele ganz unerwartet aus der Reihe nebenan.
Wer mit offenen Armen empfangen wird, kommt an
Maria Hein hat sich ihre Schule gründlich ausgesucht. „Ich habe im Internet sehr viel recherchiert“, erzählt sie. Sie war bei Wochenendseminaren und ganzen Seminarwochen an Schauspielschulen in ganz Deutschland und hat in Köln, Berlin und Hamburg vorgesprochen. Ans Artrium kam sie über einen Schauspielworkshop, zwei Tage für das grundlegende sowie zugleich magische Handwerk für die darstellende Kunst.
An jede Übung erinnert sie sich nicht mehr, zwei Dinge sind ihr geblieben. „Ich kann mich noch ganz gut daran erinnern, dass ich mit offenen Armen von den Studierenden empfangen wurde.“ Dazu kommt eine Unterrichtseinheit, in der alle „so richtig loslegen“ und jenseits der Komfortzone laut werden sollten. Jahre später steht dieselbe junge Frau im Großen Haus auf und schickt ihre Stimme als Resonanz einer der besten Schauspielerinnen unserer Zeit durch den Saal, und damit schließt sich der Kreis.
Zeit gehört zur Ausbildung
Die reguläre Ausbildung umfasst drei Jahre, wobei sich viele Studierende für ein zusätzliches Jahr entscheiden, da sie tiefgründiger in die Arbeit einsteigen wollen. Maria Hein hat eine schöne Erklärung dafür, wieso Zeit am Artrium so wichtig genommen wird. „Hier wird darauf geachtet, dass man sich tatsächlich und garantiert weiterentwickelt“, sagt sie. „Man braucht ja Zeit, um das alles ganzheitlich zu entwickeln.“
Lukas Scheja wollte von ihr wissen, wie sie diesen Anspruch erlebt, und bat sie ausdrücklich um eine ehrliche Antwort. Loben müsse sie ihn als Schulleiter dabei nicht, ihre Antwort war darauf eindeutig. „Es ist ziemlich angenehm, dass darauf geachtet wird, dass man am Ende wirklich dieses Können hat.“
Können wächst in seinem eigenen Rhythmus. Wer dafür Zeit bekommt, kann das Gelernte so tief in Körper und situativem Raum verankern, dass es auf einer großen Bühne ganz selbstverständlich wirkt.
Wie lange dauert die Schauspielausbildung am Artrium?
Die Schauspielausbildung am Artrium dauert regulär drei Jahre. Du organisierst deine Ausbildungszeit eigenverantwortlich, deshalb kann die Dauer individuell verschieden sein. Viele Studierende hängen von sich aus ein viertes Jahr daran, um die Ausbildungsinhalte fortgeschrittener zu garantieren. Semesterbeginn ist jeweils am 1. Februar und am 1. August.
Den eigenen Zeitpunkt zu kennen, ist eine Stärke
Medea ist für Maria Hein bereits die zweite Arbeit am Schauspielhaus. Für Karin Beiers „Ödipus“ aus der Antiken-Serie „ANTHROPOLIS“ hatte das Schauspielhaus 2023 in großem Umfang beim Artrium angefragt, sodass am Ende fast die Hälfte der Artrium-Studierenden in diesem Chor stand.
Maria Hein stand damals noch ganz am Anfang ihrer Ausbildung. „Ich war nicht von Anfang an dabei, weil ich mich dafür noch nicht bereit erlebt habe“, erzählt sie. „Ich bin dann später dazugekommen, als neue Leute nachgecastet wurden.“ Lukas Scheja fand diese Entscheidung richtig. Gleich im ersten Ausbildungsjahr vor so vielen Menschen auf eine so riesige Bühne zu gehen, verlangt enorm viel. Wer in diesem Moment ehrlich auf sich hört, zeigt ein feines Gespür für den eigenen Weg, das im Schauspielberuf ein Leben lang wichtig bleibt.
Bei Ödipus kam sie in eine Produktion, in der vieles schon feststand, und musste schnell auf den Stand der anderen kommen. Der Chor sprach lange deutsche Passagen, manchmal ganze Strophen am Stück. „Bei Ödipus war ich so richtig aufgeregt“, sagt Maria Hein.
Eine Stimme, die den ganzen Saal erreicht
Vielleicht fragst du dich, ob Maria Hein das am Anfang ihrer Ausbildung schon gekonnt hätte und was ihr die Ausbildung dafür mitgegeben hat. Von außen sieht vieles unglaublich leicht aus, und erst beim genauen Hinsehen zeigt sich, wie viel dahintersteckt.
Ihre erste Antwort betrifft die Lautstärke, denn im Laufe der Ausbildung hat ihre Stimme gelernt, einen großen Raum zu füllen. Dazu kommt, wie groß sie sich zu spielen traut, und schließlich nennt sie den Sprechunterricht. Viele Frauen im Chor kennen den Artrium-Dozenten für Phonetik und Sprechen, Johannes P. P. Braun, und hatten selbst Unterricht bei ihm. „Die Artikulation ist dann ein großes Thema gewesen in den Proben“, erzählt Maria Hein. Wieso dieses Training lange vor dem ersten Wort beginnt, beschreibt der Beitrag über Stimme und Sprache im Schauspiel.
Das Schauspielhaus ist ein gewaltiger Raum. Wer dort aufsteht und spielt, muss die Stimme von woanders hernehmen, sagt Maria Hein. Presse man sie aus sich heraus, wirke das nicht gut. Der Chor entwickle seine Stimme von Medea und von der Bühne aus.
Wenn dir das abstrakt vorkommt, hilft ein Bild von Lukas Scheja. Du stehst an der Elbe und auf der anderen Seite steht Lina Beckmann, die etwas herüberruft. Du verstehst es nicht richtig, also übersetzt es jemand laut für dich. So entsteht eine Rückkopplung, die genau beschreibt, wie dieser Chor arbeitet. Um Medea zu verstärken, müssen die Frauen im Publikum mit ihr mitempfinden und ihre Stimme aus Medeas Situation heraus entwickeln.
Lukas Scheja verweist dabei auf Sanford Meisner, der viel über Sprechen und Kommunikation unterrichtet hat. In der Meisner-Technik geht es immer wieder darum, die Sprache des anderen aufzunehmen und durch den eigenen Auftritt zu verstärken. Im Englischen heißt die Nebenrolle übrigens „supporting role“, also die unterstützende Rolle. Treffender lässt sich kaum beschreiben, was diese Frauen in jeder Vorstellung leisten.
Wer zusieht, lernt die Vielfalt des Spiels kennen
Bei Medea hat Maria Hein deutlich mehr vom Probenprozess miterlebt als bei Ödipus. „Es war ganz interessant zu sehen, wie verschieden die ganzen Schauspieler arbeiten“, erzählt sie. Besonders hat sie beobachtet, wie Karin Beier gemeinsam mit allen überlegt und inszeniert. Karin Beier habe sich sehr um alle gekümmert, insbesondere um die mitspielenden Kinder.
Mit Lina Beckmann hat der Chor in den Proben viel zusammengearbeitet. Maria Hein erlebt sie als warmherzige Kollegin, die sich mit allen gut versteht. „Sie ist erstaunlich nett und lieb zu allen“, sagt sie. Wenn Lina Beckmann zur Probe kommt, wirkt sie freundlich und zugewandt, bis sie auf der Bühne steht und richtig loslegt. „Wenn man direkt vor ihr steht, ist das schon ein totales Wow.“
Diesen Wechsel kennt Lukas Scheja von vielen Schauspielerinnen und Schauspielern, die privat oft erstaunlich sanft und zurückhaltend sind und auf der Bühne eine Kraft entfalten, die den ganzen Raum polarisiert. Sobald sie spielen, steht die Geschichte im Vordergrund. Wenn sie von der Bühne kommen, sind sie wieder scheinbar harmlos ganz bei sich selbst. Diese Fähigkeit lässt sich lernen und beginnt genau dort, wo jemand die Geschichte wichtiger nimmt als den Blick auf sich selbst.
Kann man Schauspieler werden, wenn man eher still ist?
Ja. Schauspiel braucht Menschen, die zuhören, wahrnehmen und zwischen anderen vermitteln. Was du in der Ausbildung lernst, ist der Schritt hinaus in die Situation, die du spielst. Dieser Schritt lässt sich trainieren, in deinem eigenen Rhythmus und begleitet von Menschen, die diesen Weg kennen.
Die Wand hat eine andere Seite
Fast alle, die am Artrium anfangen, kennen einen bestimmten Moment. Im Prolog, dem ersten Ausbildungsjahr, stehen die Studierenden zum ersten Mal vor den anderen und sollen improvisieren. Im Kopf läuft dann ein ganzer Film ab. Wieso schaut sie mich so an, wieso zieht er die Augenbraue hoch, habe ich gerade etwas falsch gemacht? Du bist ganz mit deiner eigenen Perspektive beschäftigt und stehst wie vor einer Wand.
Für den Weg heraus lädt Lukas Scheja die Studierenden ein, geistig auf die andere Seite der Wand zu gehen und sich von dort herüberzuholen. Weil das zunächst rätselhaft klingt, erzählt er gern eine Geschichte aus seiner Kindheit.
In seiner Familie hatte sich einmal ein kleines Kind in der Toilette eingeschlossen. Den Schlüssel umzudrehen hatte es geschafft, den Rückweg kannte es noch nicht. Es weinte hinter der Tür und musste von draußen erklärt bekommen, wie es den Schlüssel unter dem Türschlitz hindurchschiebt. Frei wurde es in dem Moment, in dem es merkte, dass der Mensch vor der Tür ihm helfen kann.
So erlebt Lukas Scheja Theater. Auf der Bühne holst du dich über die Menschen ab, die dich erleben, und bist mit dir selbst kaum noch beschäftigt. Ein Reh schaut immer von sich aus, ob es in Gefahr ist. Wir Menschen können mit dem Geist hinausgehen, zu unserem Publikum und zu unseren Partnern. Das nennt man Empathie. Aus ihr gestaltet sich das Spiel.
Das Wort Ausdruck klingt nach etwas, das man aus sich herausdrückt. In Lukas Schejas Arbeit heißt Ausdruck, etwas an sich heranzulassen. Wie genau das Publikum spürt, ob jemand vor allem sich selbst spielt, beschreibt ein eigener Beitrag über Bühnenpräsenz.
Maria Hein beschreibt diesen Weg als Bewegung, die immer wieder nach draußen führt. Je länger man in der Ausbildung ist, desto stärker wird der Wunsch, hinauszugehen. „Das passiert dann meistens schon wie von selber“, sagt sie. „Wenn es funktioniert, dann merke ich es kaum.“
Der wichtigste Satz des Gesprächs hat vier Wörter
Bei Medea war für Maria Hein etwas anders als bei Ödipus. „Es war irgendwie überhaupt nicht so aufregend“, erzählt sie. „Hier war das so viel einfacher, das alles zu können, und dann brauchte man nur noch mit Lina mitzugehen.“
Ist das nicht ein großer Schritt aus der Komfortzone, wenn plötzlich mehr von dir erwartet wird? Maria Hein sieht das gelassen. „Ich habe nicht den Eindruck, dass das so schrecklich ist, einfach dazustehen und alles zu geben und voll mitzumachen.“ Auf die Frage, ob sie das am ersten Tag ihrer Ausbildung auch gesagt hätte, kommt eine überraschend kurze Antwort:
„Nein, auf keinen Fall.“
In diesen vier Wörtern steckt der ganze Weg. Zwischen dem ersten Tag und dem Abend im Großen Haus liegen Jahre voller Sprechunterricht sowie Szenenarbeit, voller Momente vor der Wand und auf ihrer anderen Seite. Zuerst hat Maria Hein ihre eigene Stimme gefunden. Dann hat sie gelernt, einen großen Raum mit ihr zu füllen. Schließlich gibt sie sogar einer anderen Stimme ein Echo über sich selbst.
Einen festen Tag, an dem es plötzlich klick macht, gibt es dafür selten. Bei jedem Menschen verläuft dieser Weg anders und selten in einer kalkulierbaren Linie.
Lukas Scheja hat diesen Weg bei Maria Hein über drei Jahre begleitet.
Wer seine Grenzen kennt, kann sich zumuten
Fragt man Maria Hein, ob die Ausbildung sie auch persönlich verändert hat, nimmt sie sich Zeit für ihre Antwort. „Man lernt hier auch ganz viel“, sagt sie dann. In der Ausbildung hat sie gelernt, ihre eigenen Grenzen zu kennen und sie auch aufzuzeigen. Dazu gehören das Neinsagen und die Entdeckung, dass sie selbst entwickeln kann, wer sie tatsächlich sein mag.
Im Alltag zeigt sich das in kleinen Momenten. Wenn sie sich mit jemandem trifft, hält sie sich weniger zurück und mutet sich vermehrt zu. Dann entsteht ein nettes Gespräch tatsächlich fast von selbst, erzählt Maria Hein.
Der Beruf verlangt genau diese besondere Bereitschaft, sagt Lukas Scheja. Wer zu einem Casting geht, bietet sich an und zeigt, dass er mit Körper und Stimme zur Verfügung steht. Im Leben ist es ganz ähnlich. Wer sich traut, sich einer Situation gänzlich zu überlassen, findet zu tatsächlichen und umfassenden echten Begegnungen.
Vieles, was Maria Hein in der Ausbildung erlebt, lässt sich schwer in Worte fassen. Dafür hat sie eine schöne Erklärung. „Wenn man etwas, das man erlebt hat, in Worte fassen will, dann nimmt das so viel von diesem Erlebnis weg“, sagt sie. Jeder Zuhörer übersetze das Gesagte außerdem noch einmal in seine eigene Sprache, weil das meiste über Worte hinausgehe.
Lukas Scheja hält das für eine kostbare Einsicht. Schauspiel reicht weit über die Sprache hinaus, die auf der Bühne gesprochen wird. Viele gute Maler wollen ihre Bilder nicht erklären, weil sie gemalt haben, was sich in Worten nicht sagen lässt. Deshalb gibt es Ausstellungen, in denen man erleben kann, was die Bilder mit einem machen.
Der Tanzraum ist ein Tor zum Theater
Am Ende jedes Gesprächs in „Inside Artrium“ stehen drei persönliche Fragen, die alle Studierenden in dieser Reihe beantworten. Die erste gilt dem Lieblingsort im Haus. Bei Maria Hein ist es der Tanzraum oben, in dem die Prüfungen stattfinden und die Studierenden ihre Referate halten. Das ist irgendwie so wie ein „Tor zum Theater“, sagt sie.
Die zweite Frage gilt der Traumrolle. Im Moment ist das für Maria Hein Medea, weil sie diese Figur ständig vor sich sieht. Darin liegt etwas Berührendes, denn heute steht sie im Dunkeln des Zuschauerraums auf. Eines Tages möchte sie selbst die Figur sein, die in diesen Saal ruft.
Die dritte Frage gilt dir, wenn du gerade über diesen Beruf nachdenkst. „Wenn du dir überlegt hast, dass das eine Möglichkeit ist, dann mach es einfach“, sagt Maria Hein. „Mehr als scheitern kannst du nicht und es bringt dir auf jeden Fall so viel, es auszuprobieren.“
Ein Raum, in dem deine Stimme wachsen darf
Ein herzlicher Dank geht an Maria Hein für ihre Offenheit und für die Zeit, die sie sich für dieses Gespräch genommen hat. Ebenso herzlich dankt das Artrium dem Deutschen Schauspielhaus dafür, dass es seinen Studierenden diese Erfahrung schenkt.
„Inside Artrium“ erscheint ab jetzt jeden Monat und lässt dich hinter die Kulissen der Ausbildung blicken. Studierende erzählen darin von ihrem Weg in die Profession und von dem, was sie in der Ausbildung erleben. Die Fragen kommen weiterhin von außen, damit du dich mit deinen eigenen Fragen darin wiederfindest.
Wenn du erleben möchtest, wie sich dieses Ensemble anfühlt, komm für einen Gasttag ins Artrium. Du nimmst einen Tag lang am echten Unterricht teil, trainierst gemeinsam mit den Studierenden und hast viel Zeit für deine Fragen. Der Gasttag ist kostenlos. Ob du danach weitermachst, entscheidest du in Ruhe.
Medea in Korinth am Deutschen Schauspielhaus Hamburg
„Medea in Korinth: Die verlorenen Kinder“ von Roland Schimmelpfennig nach Euripides und Grillparzer, Teil der Serie „FREMDE SONNE“. Regie: Karin Beier. Mit Lina Beckmann, Devid Striesow, Michael Wittenborn, Wolfram Koch und Felix Knopp sowie Kindern, Tänzerinnen und dem Chor der Frauen.
Dauer: 1 Stunde 35 Minuten ohne Pause, empfohlen ab 16 Jahren.
Nächste Vorstellungen: 11. Oktober, 25. Oktober, 15. November, 26. November und 19. Dezember 2026.
Karten und Informationen auf schauspielhaus.de.