Zwei Schauspielerinnen des MUSE Kollektivs sitzen lachend auf der Bühne, eine hält ein Textbuch in der Hand

Das MUSE Kollektiv: acht Schülerinnen des Artriums, eine gemeinsame Bühne

Wie so oft lässt sich der künstlerische Werdegang nicht planen, so ahnten alle acht Schauspielerinnen* zu Beginn ihrer Ausbildung nicht, dass sie in Zukunft auch über die Unterrichtsräume hinaus gemeinsam an eigenen Projekten arbeiten würden.

Während der Ausbildung am Artrium (in den Referaten, bei den Filmdrehs, in der Szenenarbeit) und durch das gemeinsame Feiern von Erfolgen und Durchschreiten von Herausforderungen entstand bei den acht Frauen* ein künstlerischer Zusammenhalt.

2025 gründete Johanna Elisabeth Wekemann, Schauspielerin und Schauspieldozentin am Artrium, das MUSE Kollektiv. Was sie antreibt, sagt sie selbst: „Ich habe oft das Erleben, dass jede*r in seiner eigenen Blase lebt. Deshalb ist es mir eine Herzensangelegenheit, Menschen durch Kunst zusammenzubringen, sodass sie im besten Fall kollektive Erlebnisse haben. Denn ich glaube, das ist es, wonach wir uns alle sehnen und wodurch wir etwas in unserer Gesellschaft bewegen können.“

Diesen Gedanken teilen alle acht.

Violante Romani ist italo-schweizerische Schauspielerin und Kulturmanagerin. Sie erkennt in der gemeinschaftlichen Arbeit mit MUSE ein großes Potenzial, um intime und politisch relevante Inhalte auf die unterschiedlichsten Bühnen zu bringen. Ihr Stück, das „Jukebox Tribunal“, welches sie gemeinsam mit Mara Legler inszenierte, findet bedeutenden Anklang in der feministischen Szene.

Moréniké Olalusi ist multidisziplinäre Künstlerin mit nigerianischen Wurzeln. Geboren in Hamburg und auf Gran Canaria aufgewachsen, war Kunst für sie immer so natürlich wie Atmen. In ihrer Arbeit sucht sie ein Bindeglied zwischen künstlerischen und kulturellen Welten. Aktuell widmet sie sich besonders ihrer musikalischen Karriere und entwickelt ihr Debütalbum. Gemeinsam mit den Musen stellt sie aktuelle und riskante Fragen an unsere Gesellschaft.

Julia Boogaerts schloss ihre Schauspielausbildung Anfang 2025 ab und arbeitet seither als Spielerin, Regisseurin und Fotografin in nationalen und internationalen Projekten. Mit MUSE bildet sie ein künstlerisches Umfeld, das sich gegenseitig trägt.

Mara Legler ist Schauspielerin und Fotografin. Sie arbeitet an der Schnittstelle von darstellender und visueller Kunst und interessiert sich besonders für die Geschichten und Perspektiven, die darin sichtbar werden. Mit MUSE verbindet sie die gemeinsame Entwicklung neuer künstlerischer Ideen und Formen. Seit ihrem Umzug nach Irland bringt sie dabei eine internationale Perspektive in ihre Arbeit ein.

Julia Seewald ist Schauspielerin und Künstlerin. Ihr Spiel ist sinnlich, körperlich, intensiv, losgelöst und stets auf der Suche nach dem, was echt ist. Mit MUSE macht sie gesellschaftspolitische Themen sichtbar und erlebbar. Ihre Arbeiten entstehen nicht nur für die Bühne, sondern finden auch im öffentlichen Raum statt. Durch Street Performances mit den Musen bringt sie Kunst direkt auf die Straßen Hamburgs und tritt dort unmittelbar mit dem Publikum in Kontakt.

Daniela Kruse hat nach ihrer Ausbildung in mehreren Projekten in der darstellenden Kunst als Schauspielerin mitgewirkt. Was sie fasziniert, ist die Vielfalt der Geschichten und die Möglichkeit, für das Publikum einen echten, gemeinsamen Raum zu öffnen. Das MUSE Kollektiv ist für sie ein weiterer Raum der Möglichkeiten. Für politische, menschliche Themen und Begegnung.

Kristina Schleicher ist Schauspieler*in, Tänzer*in und Performancekünstler*in. In ihrer Arbeit verbindet sie dokumentarische Recherche mit physischem Theater. Ihr aktuellstes Projekt „Between Volga & Void“ behandelt Migration, Erinnerungen und Zugehörigkeit. Sie entwickelt Projekte an der Schnittstelle von interdisziplinärer Performance, Tanztheater und Installationen und ist deutschlandweit sowie in Asien künstlerisch aktiv.

Die acht Künstlerinnen verbindet die Überzeugung, dass die Bühne in einer zunehmend dystopischen, isolierten Gegenwart ein notwendiger Ort ist, um Empathie, Offenheit und kollektive Wahrnehmung zu kultivieren.

MUSE widmet sich künstlerisch hochwertigen Inhalten. So hat das Kollektiv im Oktober 2025 sein erstes eigenes Theaterfestival „we are (not) aMUSEd“ im Herzen Hamburgs im MUSE Pop-Up Theater Satellit (Hamburg Kreativ Gesellschaft) gespielt.

Lachende Schauspielerin des MUSE Kollektivs an einem Tisch mit ProgrammheftenEine Spielerin in Weiß sitzt im roten Bühnenlicht mitten in der ersten Reihe des PublikumsSchauspielerin mit Brille richtet eine Leuchte an einem Stativ aus
Zwei Schauspielerinnen des MUSE Kollektivs sitzen lachend auf der Bühne, eine hält ein Textbuch in der HandLächelnde Frau zwischen Kameras und Scheinwerfern, davor sitzt das Publikum
Spielerin hockt im grünen Licht auf einer mit Pflanzen ausgestatteten BühneLächelnde Schauspielerin hinter einer FilmkameraSpielerin in einem hellen Mantel mit aufgenähten Stoffbildern steht im roten Licht vor dem Publikum
Bilder: Festival „we are (not) aMUSEd“, Fotos: Ronnie Morten Ohlsen

Hier zeigten sie ein Programm von insgesamt sechs selbst entwickelten Stücken und Performances. Darauf folgten Auftragsarbeiten von Gleichstellungsbeauftragten. So inszenierte MUSE zum feministischen Kampftag am 08. März 2026 sein erstes Ensemblestück „Systemfehler: WEIBLICH“. Hier dreht sich alles um Rollenbilder und wie wir sie durchbrechen können. Das Stück wurde geschrieben von Julia Seewald und Johanna E. Wekemann und inszeniert von Violante Romani.

„Systemfehler: WEIBLICH“ beschäftigt sich mit den Rollenbildern, die Frauen aufgezwungen werden. Daniela Kruse spielt das Mädchen, Johanna E. Wekemann die Mutter, Kristina Schleicher die Powerfrau. Julia Seewald spielt die Ehefrau, Moréniké Olalusi die Bitch. Violante Romani spielt die Unbenannte.

Schauspielerin in schwarzem Spitzenkostüm und roten Handschuhen mit einem rosa Luftballon auf der BühneVier Schauspielerinnen in schwarzen Kostümen sitzen nebeneinander am Bühnenrand
Vier Schauspielerinnen in schwarzen Kostümen blicken nach oben, eine trägt eine rosa BrilleSchauspielerin in schwarzem Kostüm und roten Handschuhen allein auf der Bühne
Bilder: „Systemfehler: WEIBLICH“, Fotografin Julia Boogaerts

„Wir nennen sie Powerfrau, Mutter, Bitch, Mädchen oder Ehefrau. Doch was bleibt, wenn wir aufhören zu benennen?“ Das ist die Frage, mit der das Stück das Publikum konfrontiert, ohne eine bequeme Antwort anzubieten.

Für die Zukunft plant MUSE, ein fester Bestandteil der freien Theaterszene zu werden und bedeutende feministische Bewegungen mit voranzutreiben.

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